Programm für Fr 11. Nov. 2011:
Sibylle Peters  (D) / Kai van Eikels (D)

Warum man sich nicht selber kitzeln kann ...

...ist eine von diesen Fragen, mit denen die Forschung niemals fertig wird: Von Aristoteles über Darwin bis zu Robotik und Neurowissenschaft reichen die Versuche, sie zu beantworten. Als Kinder haben wir alle selbst die eine oder andere experimentelle Reihe dazu durchgeführt. Zweitausendvierhundert Jahre Kitzelforschung in Theorie und Praxis haben nun unweigerlich eine Reihe interessanter Konzepte hervorgebracht: über Lachen, Antizipation und Feedback, Bedrohung und Erleichterung, Körpergrenzen und ihr Verschwimmen.

Der Vortrag versucht herauszufinden, was Theorie aus Tanz herauskitzeln kann und was passiert, wenn zwei Vortragende sich von einer Tanzperformance kitzeln lassen. Ob es was zu lachen gibt und für wen, erfährt, wer sich ins Publikum traut.

Der Vortrag bezieht sich u.a. auf die choreografische Arbeit von Anne Juren.

-

Sibylle Peters, Dr. phil., Projektemacherin zwischen Kulturwissenschaft und Theater. Studium der Literaturwissenschaft und der Philosophie in Hamburg. Seit 1997 in Forschung und Lehre an den Universitäten in Hamburg, München, Wales, Basel und Berlin (FU) tätig. Projektleitung in der Forschergruppe Interactive Science am ZMI Universität Gießen. Leitung des Forschungstheater-Programms im FUNDUS THEATER Hamburg. Als Performerin und Regisseurin hat sie zahlreiche Projekte realisiert – u.a. mit der geheimagentur. Schwerpunkte in Forschung und künstlerischer Produktion: der Vortrag als Performance, Teilhabe und Versammlung, der mediale Gebrauch der Zeit, transdisziplinäe Forschungsprozesse, Theatralität und Evidenz, Theorie des Unwahrscheinlichkeitsdrives. Aktuelle Publikation: Der Vortrag als Performance (Bielefeld 2011).

Kai van Eikels ist Philosoph, Kultur- und Theaterwissenschaftler. Derzeit arbeitet er am Institut für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte sind: dynamische Kollektivformen wie Schwärme oder Smart Mobs; Virtuosität und postfordistische Arbeitskulturen; Politiken der Partizipation in der Gegenwartskunst. Aktuelle Veröffentlichung: Performance Research Journal Participation and Synchronization, September 2011 (Hg., zus. mit Bettina Brandl-Risi).

Eintritt frei

Im Rahmen der Redereihe
Die Listen des Lachens