ANDREA AMORT (AT) / SCOTT DELAHUNTA (NL/DE) / WALTER HEUN + LEJLA MEHANOVIC (DE/AT) / MARTINA HOCHMUTH (AT/FR)

DISKURSIVES OPENING
SCORES N°11 / / Atelier EDN - European Dancehouse Network

ANDREA AMORT

Die Welten der Rosalia Chladek

Die Wiener Tanzforscherin Andrea Amort spricht über die Erschließung und Beforschung des umfangreichen Nachlasses von Rosalia Chladek (Brünn 1905 – Wien 1995). Das mehrjährig angelegte Projekt ist eine Kooperation der Internationalen Gesellschaft Rosalia Chladek mit der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien  und dem Theatermuseum Wien.

PERFORMANCE: Martina Haager (Tänzerin, Choreografin, Tanzpädagogin), ausgebildet im Chladek ®-Tanzsystem
 
 
SCOTT DE LAHUNTA
 
DRAWING, THINKING, OBJECTS AND CODE
 
Im letzten Jahrzehnt sind aus dem Feld der choreografischen Praxis eine Reihe von Künstler_innen initiierte Projekte hervorgegangen mit der Idee, dass digitale Medien einen speziellen Beitrag zum Prozess des Aufnehmens, Kommentierens und Veröffentlichens von Tanz leisten können. Motion Bank war eines dieser Projekte, das auch einen neuen Status von Tanzdokumentation forderte und dadurch auch als Mittel zu seiner Erhaltung beitrug. Wir hatten von nun an die Gelegenheit, die Ergebnisse solcher Projekte zu untersuchen und uns kritisch mit ihnen auseinanderzusetzen. Wichtige Erkenntnisse daraus beziehen sich auf ein notwendiges Fehlen von Einsicht, Prozessverbrauch, unlesbare Scores und Kunstwerk vermehrende Kunstwerke.
Tanz hält immer noch an seinen instabilen fließenden Elementen fest, und erscheint dabei gleichzeitig produktiver und besser „erforschbar“. Aber was mag das für die Thematik dieser Konferenz archives to come bedeuten? Dieser kurze Vortrag wird Beispiele, Analysen und Vorschläge teilen, um eine Diskussion zur Fragestellung anzuregen.
 
 
WALTER HEUN / LEJLA MEHANOVIC
 
Über die Herausforderungen institutionellen Archivierens
 
Nach mehrjähriger Digitalisierung sämtlicher Aufzeichnungen am Tanzquartier Wien hat das Haus mit dem Start der Online Mediathek ein singuläres kulturelles Erbe der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im Rahmen ihrer Präsentation werden Walter Heun und Lejla Mehanovic über die Konzeption und die Realisierung der Online Mediathek sprechen und damit auch über die Verantwortung wie auch über die Herausforderungen an eine künstlerische Institution hinsichtlich der Archivierung des eigenen Tätigkeitsspektrums.
 
 
MARTINA HOCHMUTH
 
The Witness. Screening and talk
 
Martina Hochmuth, Director of Productions Musée de la danse, stellt den Film der israelischen Künstlerin Ruti Sela The Witness (2012) vor, der im Auftrag von Musée de la danse im Kontext von Moments. Eine Geschichte der Performance in 10 Akten, kuratiert von Boris Charmatz, Sigrid Gareis, Georg Schöllhammer am ZKM Karlsruhe, realisiert wurde.
 
 
 
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Andrea Amort
Univ. Prof., Dr. (MUK Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien), Tanzhistorikerin, Dramaturgin, Kritikerin. Kuratorische Tätigkeit: u.a. Tanz im Exil, Hanna Berger: Retouchings, Grete Wiesenthal-Forschungsprojekt. Bücher: österreich tanzt. Geschichte und Gegenwart (2001), Nurejew und Wien. Ein leidenschaftliches Verhältnis (2003), Hanna Berger. Spuren einer Tänzerin im Widerstand (2010). Künstlerische Leiterin des Festivals Berührungen. Tanz vor 1938 – Tanz von heute (Wien, 2008). Von 2009 bis 2013 Kuratorin im Auftrag der Stadt Wien für Theater, Tanz, Performance. Derzeit u.a.: Erschließung und Erforschung des Nachlasses von Rosalia Chladek an der MUK.
 
 
Scott de Lahunta hat als Schriftsteller, Forscher und Veranstalter an einer Reihe von internationalen Projekten mitgewirkt, die Performancekunst – mit Fokus auf Choreografie – mit anderen Disziplinen und Praktiken in Verbindung bringt. Zurzeit ist er Senior Research Fellow am Centre for Dance Research in Coventry (GB) und am Deakin Motion.Lab an der Deakin Universität in Australien. Er ist Projektleiter des Motion Bank-Instituts in Frankfurt/Main.
 

Walter Heun übernahm mit der Saison 2009 / 2010 die künstlerische Leitung des Tanzquartier Wien. Heun hat Theaterwissenschaft, Neuere Deutsche Literatur und Philosophie studiert und engagiert sich seit 1984 im Tanzbereich. Mit seiner Produktionsfirma Joint Adventures verwirklichte er die unterschiedlichsten nationalen und internationalen Projekte, wie etwa die Tanzwerkstatt Europa in München und das Nationale Performance Netz (NPN). Heun war Gründungsgeschäftsführer der Tanztendenz München. Er initiierte und leitete die zum Choreografischen Zentrum ausgebaute Tanzabteilung des Luzerner Stadttheaters luzerntanz am luzernertheater von 1999 bis 2004. Seit 2016 ist Heun - nach seiner Funktion im Board als „Secretary“ -  neuer  Präsident von EDN – European Dancehouse Network.

 
Lejla Mehanovic absolvierte ihr Studium der Deutschen Philologie, Theater-,
Film- und Medienwissenschaften an der Universität Wien. Seit 2010 arbeitet sie in der Dramaturgie- und Theorieabteilung des Tanzquartier Wien, ist Herausgeberin der Publikation SCORES und seit 2014 zuständig für das Medienzentrum und die Realisierung der TQW Online Mediathek.  Im Rahmen des Tanzkongress' 2013 organisierte sie gemeinsam mit Sandra Noeth das Forschungsprojekt dé-position in Beirut und in Düsseldorf.
 
 
Martina Hochmuth Dr.Phil., ist Kuratorin, Dramaturgin und Produzentin im Kontext zeitgenössischer Tanz und Performance. Seit Juli 2009 leitet sie die Produktionen des Musée de la danse / Centre Chorégraphique National de Rennes et de Bretagne (Leitung Boris Charmatz);  kuratorische Zusammenarbeit mit Boris Charmatz für ua expo zéro, brouillon, session poster, Une école d’art pour le Festival d’Avignon (2011); Petit Musée de la danse und Moments. A History of Performance in 10 Acts (ZKM Karlsruhe 2012); Musée de la danse : Three Collective Gestures (MoMA New York, 2013). If Tate Modern was Musée de la danse ? (London, 2015) Im Zeitraum 2001-2009 war sie Dramaturgin und Leitende des Bereiches Research im Tanzquartier Wien. Sie ist Mitherausgeberin von It takes place when it doesn’t. On dance and performance since 1989 (mit Krassimira Kruschkova und Georg Schöllhammer) und expo zéro Online-Katalog (2011 mit Gilles Amalvi).
 
(c) Amin Weber(c) Amin Weber(c) Amin Weber

 

Eintritt frei