ALAIN PLATEL / LES BALLETS C DE LA B (BE)

nicht schlafen

Österreichische Erstaufführung / In Kooperation mit Volkstheater
»Atemberaubende Korrespondenzen zwischen Tanz und Musik« (nachtkritik.de)
 
ORGANISIERTES CHAOS – Alain Platel lädt ein zu einem Tanz auf Leben und Tod.
In seiner Choreografie nicht schlafen untersucht er gemeinsam mit dem Komponisten Steven Prengels und der bildenden Künstlerin Berlinde De Bruyckere, den Menschen als soziales Wesen, als Gruppen- und Gemeinschaftstier. Die Körper der Tänzer_innen durchleben dabei Stadien von Exzess, Leiden und bis ins Obszöne reichende Lust.
 
Ausgangspunkt ist die Musik von Gustav Mahler, welche eine fragmentierte Welt bis kurz vor dem Beginn des Ersten Weltkriegs zeichnet. Das alltägliche Leben wurde dominiert von Globalisierung und Terrorismus, neuer Technologie und beschleunigter Kommunikationsformen. Die Welt setzte sich neu zusammen und kaum jemand wusste damit umzugehen.  
Mahler verbindet in seinen Symphonien und passend zu dieser Zeit der Orientierungslosigkeit bürgerliche Kunst mit Popular-Kultur und leitet damit als einer der ersten Komponisten das musikalische „Sampling“ ein.  Alain Platel und Steven Prengels verstehen seine Musik, welche von der Sehnsucht nach verlorener Harmonie zeugt, als Einladung, selbst weiterzusamplen.
 
In Prengels’ Soundscapes trifft Mahlers Musik auf polyphonen afrikanischen Gesang, Kuhglockenklänge und Geräusche schlafender Tiere. Diese erklingen in dem von Künstlerin Berlinde De Bruyckere  entworfen Bühnenraum: einem Ort an dem Leiden rituell formuliert wird.
Die thematische Vorliebe für die viszeralen, die fleischlichen Aspekte von Leiden und Tod wird geteilt von Platel und Berlinde De Bruyckere, welche zum ersten Mal für den belgischen Star-Choreografen ein Bühnenbild kreierte. Doch trotz der eingeschriebenen Gewalt ist nicht schlafen durchzogen von der zaghaften Hoffnung, dass der Mensch nicht aufs Neue großräumigen Vernichtungsstrategien zum Opfer fallen möge.

 

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REGIE: Alain Platel
KOMPOSITION / MUSIKALISCHE LEITUNG: Steven Prengels
KREATION / PERFORMANCE: Bérengère Bodin, Boule Mpanya, Dario Rigaglia, David Le Borgne, Elie Tass, Ido Batash, Romain Guion, Russell Tshiebua, Samir M’Kirech
DRAMATURGIE: Hildegard De Vuyst
MUSIKDRAMATURGIE: Jan Vandenhouwe
KÜNSTLERISCHE ASSISTENZ: Quan Bui Ngoc
BÜHNE: Berlinde De Bruyckere
LICHT: Carlo Bourguignon
KLANGREGIE: Bartold Uyttersprot
KOSTÜM: Dorine Demuynck
INSPIZIENZ: Wim Van de Cappelle
FOTOGRAFIEN: Chris Van der Burght
PRODUKTIONSLEITUNG: Valerie Desmet
TOURMANAGEMENT: Steve Deschepper
PRODUCTION: les ballets C de la B
 
KOPRODUKTION: Ruhrtriennale, La Bâtie-Festival de Genève, TorinoDanza, la Biennale de Lyon, L’Opéra de Lille, Kampnagel Hamburg, MC93 - Maison de la Culture de la Seine-Saint-Denis, Holland Fes-tival, Ludwigsburger Schlossfestspiele, NTGent
DISTRIBUTION: Frans Brood Productions
 
Mit Unterstützung der Stadt Gent, der Provinz Ost-Flandern, den flämischen Behörden und Port of Ghent.
 

ALAIN PLATEL / LES BALLETS C DE LA B nicht schlafen wird von der Regierung Flanderns und der Flämischen Gemeinschaftskommission der Region Brüssel-Hauptstadt unterstützt.

 
DANK AN: Universität Genf und Prof. Dr. Paul Simoens und Marianne Doom, Guy Cuypers und Team, Alexi Williams, Bart De Pauw, Bob und Monir, K49814, Isnelle da Silveira, Lieven Vandeweghe, Griet Callewaert, Team des Ateliers von Berlinde De Bruyckere, Pierre Philippe Hofmann, Manège de Hoefslag in De Pinte, Warner Classics
 
 
les ballets C de la B wurde 1984 von Alain Platel in Gent gegründet und ermöglicht KünstlerInnen verschiedener Disziplinen, sich an einem dynamischen und kreativen Prozess zu beteiligen und diesen zu bereichern. Diese Plattform für eine Vielfalt von Choreograf_innen versteht sich als eine einzigartige Mischung an unterschiedlichen Visionen und arbeitet unter dem Motto: This dance is for the world and the world is for everyone.
 
Alain Platel, 1956 in Gent geboren, ist ausgebildeter Heilpädagoge. 1984 gründete er mit Freunden und Verwandten ein Kollektiv, das sich bald nach seiner Gründung in les ballets C de la B umbenannte. Mit der Gruppe entstanden unter anderem die Stücke Emma (1988), bei dem Alain Platel Regie führte, Bonjour Madame (1993) und lets op Bach (1998). Letzteres stellte den Durchbruch der Gruppe dar. Weitere Stücke sind u. a. C(H)OEURS (2012), tauberbach (2014) oder Coup Fatal (2014). Alain Platel arbeitete außerdem an Filmen über Tanz sowohl in Zusammenarbeit mit der britischen Regisseurin Sophie Fiennes als auch alleine. Mit seinem Film de balletten en si en la (2006) zeigt er, wie es in seiner Kompagnie zugeht, gleichzeitig ist der Film aber auch eine Ode an seine Heimatstadt Gent.
 
Berlinde De Bruyckere, 1964 geboren, lebt und arbeitet in Gent. Im Februar 2010 wurde ihr der Flämische Kulturpreis für Bildende Kunst 2009 verliehen. Berlinde De Bruyckeres Skulpturen, Installationen und Zeichnungen verkörpern die großen Geschichten der Welt. Seit einigen Jahren entwickelt sie ihr eigenes und höchst persönliches künstlerisches Vokabular, durch das sich langsam eine feinteilige Betrachtung der melancholischen Verbindung zwischen der Welt und den Dingen in ihr herauskristallisiert. Berlinde De Bruyckere repäsentierte 2013 zusammen mit dem Nobelpreisträger J. M. Coetzee und der Arbeit Kreupelhout-Cripplewood Belgien auf der Biennale in Venedig.
 
Steven Prengels studierte Komposition am Konservatorium von Amsterdam in der Meisterklasse von Wim Henderickx, am Konservatorium von Antwerpen, an der Universität von Löwen und am Konservatorium von Lemmens. Arbeiten für Orchester, Theater, Tanz, Film und bildende Kunst. Seine Werke sind von einer Vielzahl namhafter Ensembles und Orchester aufgeführt worden. Steven Prengels arbeitet regelmäßig als Dirigent und Komponist mit Alain Platel zusammen, u.a. für Gardenia (2010), C(H)OEURS (2012) und tauberbach (2014). Außerdem zeichnete er verantwortlich für die Soundscapes von Johan Simons Inszenierung Accattone bei der Ruhrtriennale 2015.
 
 
(c) Chris Van der Burght(c) Chris Van der Burght(c) Chris Van der Burght(c) Chris Van der Burght(c) Chris Van der Burght
19. JAN - 21. APRIL
 
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EINFÜHRUNGSGESPRÄCH mit ALAIN PLATEL und GABRIELLE CRAM
DO 19. JAN
18.45 h in TQW / Studios
Eintritt frei
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Volkstheater
6 Kategorien ––  11 / 19 / 31 / 44 / 56 / 68 Euro
Ermäßigungen hier
 
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