ALIX EYNAUDI (FR/AT) / IAN KALER (AT/DE ) /PAUL WENNINGER (AT)

CALIBRATE

Uraufführungen / TQW Koproduktion

Was? Wie? Und wohin? Sind die Grundsatzfragen im Übergangsvakuum von Post-Graduierung zu Berufseinstieg. Das Pilotprojekt Calibrate des Tanzquartier Wien kreiert eine Plattform des Kennenlernens, Austauschens und Heranführens an das professionelle Leben im Bereich der Performance und des zeitgenössischen Tanzes. In intensiver Zusammenarbeit in arbeitsnahen Researchlaboren der Absolvent_innen etablierter österreichischer Tanzinstitutionen – IDA (Institute for Dance Arts / Anton-Bruckner-Universität/Linz), MUK (Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien) und SEAD (Salzburg Experimental Academy of Dance) – mit den renommierten Choreograf_innen Alix Eynaudi, Ian Kaler und Paul Wenninger fanden die Kollaborationen zu ihren Arbeiten:

Alix Eynaudi führt uns mit ihrer Kollaboration in eine von 3 Männern gehegte und gepflegte Choreografie, einen vagen poetischen Tanz, wobei sich Berührungen in Lyrik transformieren und sich eine ehrfurchtslose Unbestimmtheit artikuliert. Mit Paul Wenninger folgen wir einer Bewegung des Miteinander-Verflochten-Seins und untersuchen Anzeichen struktureller, emotionaler und choreografischer Körperkonditionierungen. Mit SCREENS entwickelt Ian Kaler eine Reihe von Kurz-Portraits die das Biographische als Praxis und Projektion untersuchen und begibt sich gemeinsam mit den Teilnehmer_innen in ein Set-up, das zur Rahmung wird und die Beteiligten als Projektionsflächen – SCREENS – auftreten und erscheinen lässt.

#postgraduate #EarlySeeds #TripleBill #Bedeutungsabkoppelung #GetanztePoesie #ProjectionSurface

 
PAUL WENNINGER
TROPE
 
So wie das Wort Trope in der Rhetorik die Abweichung zwischen Gesagtem und Gemeintem bedeutet, so verhält sich der Körper zum Bild in dieser Performance. Der ursprünglich funktionale Körper des arbeitenden Menschen wird in einen sinnlich-sinnlosen aber gedachten Körper transferiert. Der Transfer verändert das Material: dort, wo das Objekt den Körper formte, entsteht ein Körper, der den Raum informiert. Die aus ihrem Kontext freigestellten und in einen Theaterraum übertragenen Gesten, sind eine Hommage an die Arbeiter_innen der Herstellung von Dingen. Eine choreografische Komposition aus dem Transfer von Archivischem zu Gegenwärtigem.
 
CHOREOGRAFIE: Paul Wenninger
TANZ: Doro Altenburger, Anna Bárbara Bonatto, María Casares Gonzáles, Elsa Mourlam, Sami Similä
KLANGKOMPOSITION: Peter Jakober
KOSTÜME: house of the very island´s, Karin Krapfenbauer / Markus Hausleitner
LICHT: Reto Schubiger
FILME: Paul Wenninger
VIDEOTECHNIK: Michael Loizenbauer
BILDBEARBEITUNG: Peter Koger
DANK AN: CBS Sails Christian Binder GmbH, Adam Smith; ÖSWAG WERFT LINZ AG Nfg. GmbH & Co KG, Ing. Reinhard Suppan; Frauscher Bootswerft GmbH & Co KG, Florian Helmberger; Technikteam vom Tanzquartier Wien
 
 
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ALIX EYNAUDI
Justiceforall
 
Justiceforall ist ein Tanz von drei Männern gestaltet und gepflegt und von einer Frau koordiniert. Während unserer gemeinsamen Zeit üben wir simultan drei Fertigkeiten: das Kopieren bestehender Art-brut-Gemälde, das Schreiben von Gedichten – mit Worten oder dem Körper, das „Schreiben“ von Tanz als Poesie. Jeder dieser Aktivitäten widmen wir uns mit derselben Aufmerksamkeit und Hingabe. Aber was sehen wir wirklich?

Justiceforall zeugt von einem gemeinsamen Interesse an künstlerischen Praktiken, die etablierte kulturelle Werte hinterfragen, und an einer Kunst, deren Handlungsgrundlage nicht die Einschreibung in die Kunstgeschichte ist. Oder – anders gesagt - für die der romantische Begriff der Abschottung von Trends und Mainstream-Kunst Raum für Kreativität entstehen lässt.

Justiceforall kann auch als Tribut an Art brut, Konkrete Poesie, Conlon Nancarrow*, Albert Huybrecht** und die prozess- und körperorientierten Gedichte von CAConrad betrachtet werden.

Wir lieben Zeichnungen von Josef Bachler aus dem Jahr 1973, wir kopieren sie, widmen ihnen einen Tanz, zeichnen sie auf Kleidungsstücke, halten sie in Ehren, bis sie Teil eines unergründlichen und wilden Repertoires an Möglichkeiten sind, bis sie Teil von uns selbst sind. WHooF!

*Ein mexikanischer Komponist experimenteller Musik US-amerikanischer Herkunft, der sein Land 1940 wegen politisch motivierter Schwierigkeiten infolge seiner linksgerichteten Ansichten verließ.

**Bislang weithin unbekannter belgischer Komponist vom Beginn des 20. Jahrhunderts.

CHOREOGRAPHIE: Alix Eynaudi
PERFORMANCE: Beno Novak, Elton Petri, Alessio Scandale
MUSIK: Poème Électronique, Edgar Varèse 8’08, Chanson (text from V. Hugo), Albert Huybrecht 2’35, Study for Player Piano No. 3d, Conlon Nancarrow 2'20
DANK AN: the whole team of Tanzquartier Wien, Fuxherz, Maria Hoeger and the artists from Gugging Museum

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IAN KALER
SCREENS
 
Mit SCREENS setzt Ian Kaler seine Reihe von (Video-)Portraits fort, diesmal im Rahmen eines Stücks für 6 Tänzer_innen, einer Gruppe von Graduierten österreichischer Tanz-Ausbildungen.
 
Im ersten Teil des Stückes tauchen Referenzen zu früheren Stücken auf, die jetzt in der Weiterentwicklung mit den Performer_innen eine neue Ausrichtung finden. Eine Doppelprojektion rahmt die Gruppe in einem magentaroten (purple) Raum, der an eine Blue-Box erinnert. Über ein einfaches Set-Up entwickeln sich subtile Portraits der Beteiligten, die langsam an Intensität zunehmen.
 
Im zweiten Teil des Stücks begegnen wir der Gruppe live. Dabei wirken die Protagonist_innen schemenhaft. Es entsteht ein distanzierter Blick auf die Gruppe. Analog zu Rostrons Soundtrack entwickelt die Gruppe Intensitäten, die Atmung, Bewegung und Musik anschwellen lassen und immer näher an das Publikum rücken.
 
KONZEPT / CHOREOGRAFISCHE RAHMUNG: Ian Kaler
PERFORMANCE: Nathalie Baert, Inês Carijo, Nefeli Kadinopoulou Asteriou, Elina
Pohjonen, Izabela Soldaty und Mufutau Yusuf
KAMERA + VISUALS: Imogen Heath
SCHNITT: Imogen Heath, Ian Kaler
SETTING: Stephanie Rauch
SOUNDTRACK: Jam Rostron
LICHT: Reto Schubiger
PROJEKTLEITUNG: das Schaufenster
PRODUKTION: Ian Kaler
MIT UNTERSTÜTZUNG VON: Wien Kultur

 

 

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Alix Eynaudi wurde an der Oper von Paris zur Balletttänzerin ausgebildet. Sie arbeitete in verschiedenen Ballettkompanien, bevor sie im Jahr der Schuleröffnung anfing bei PARTS zu studieren. 1996 trat Alix in die Kompanie Rosas von Anne-Teresa De Keersmaeker ein, in der sie 7 Jahre lang mitwirkte und an der Entwicklung von sechs Stücken teilnahm.Seit 2005 konzipiert Alix ihre eigenen Stücke: Crystalll (2005), in Zusammenarbeit mit Alice Chauchat, Supernaturel (2007), Long Long Short Long Short (2009) in Kooperation mit Agata Maszkiewicz. 2011 entwickelte Alix zusammen mit Kris Verdonck Exit, eine Studie über die Vorteile von Schlaf und Erholung. Ein Solo, welches das Publikum zum Schlafen bringen will. 2012 kreierte sie Monique (2012), ein Tanzduett zusammen mit Mark Lorimer, das von der Kunst des Bondage inspiriert wurde. Das Gruppenstück Edelweiss, ein getanztes Rebus, welches zwischen abstrakter und figurativer Kunst oszilliert, hatte 2015 im Tanzquartier Premiere. Zurzeit entwickelt sie zwei Projekte für das kommende Jahr, zum einen eine Kollaboration mit Alice Chauchat, Anne Juren, Marten Spångberg: Nature‘s Nature und zum anderen ein Gruppenstück für vier Performer_innen namens Chesterfield, leather & poetry. Neben der Arbeit an eigenen Stücken beteiligt Alix sich an Arbeiten anderer Künstler als Mitarbeiterin und Performerin. Sie nahm an Projekten von u.a. Superamas, Kris Verdonck, Anne Juren, Boris Charmatz, Noé Soulier und Jennifer Lacey teil.
 
Paul Wenninger wurde 1966 in Wien geboren, ist freischaffender Tänzer und Autor, kreiert choreografische Werke und ist Filmemacher mit Fokus auf Pixilation und Animation. Seit 1999 ist er künstlerischer Leiter des Kabinett ad Co., einer Arbeitsplattform für Künstler_innen verschiedenster Kunstrichtungen, um interdisziplinäre Projekte mit Fokus auf den Körper zu realisieren. Arbeiten mit verschiedenen Choreografen und Companien, u.a. in Frankreich mit der Cie. Catherine Diverrès am Centre Chorégraphique National de Rennes et Bretagne. Seine Arbeiten wurden international gezeigt und mit Preisen ausgezeichnet. www.kabinettadco.at
 
Ian Kaler studierte Transmediale Kunst in Wien und absolvierte den Pilotstudiengang Zeitgenössischer Tanz, Kontext, Choreographie am hochschulübergreifenden Zentrum Tanz an der Universität der Künste Berlin. Seit 2010 entwickelt Kaler eine physische und kreative Praxis als choreografische Reihen im Austausch mit unterschiedlichen Künstler_innen. Die erste Stück-Reihe Insignificant Others, besteht aus der „rohen“ Praxis-Performance Untitled Stills (2010) und dem über 2011/2012 entwickelten Stück (learning to look sideways). In der darauffolgende Serie On Orientations (2013) entstanden die installative Solo-Performance On Orientations | one place after und ein zweiter Teil, On Orientations | Untimely Encounters. Die Videoinstallation On Orientations | Shifting the burden – eine Kollaboration mit Video-Künstler_in Anne Quirynen – wurde im Rahmen der 8.Tanznacht Berlin in der Galerie Patrick Ebensperger im August 2014 gezeigt. 2014/2015 entwickelte Kaler eine Serie von Gruppenstücken – Contingencies –, die in unterschiedlichen Versionen (für Studio/Museum/Theater) mit wechselnder Besetzung und unterschiedlicher Anzahl an Performer_innen gezeigt wurden. 2014 entwickelte Kaler zusammen mit Studierenden des BA-Studiengangs für Tanz am DOCH Stockholm the situation, eine Adaption von (learning to look sideways) für 7 Tänzer_Innen. Derzeit arbeitet Kaler an einer neuen Serie mit dem Arbeitstitel o.T. o.T. | (the emotionality of the jaw) – das erste Stück der neuen Reihe wurde im Februar 2015 in der Halle G / Tanzquartier Wien aufgeführt. (the emotionality of the jaw) ist die erste Zusammenarbeit von Kaler mit Aquarian Jugs, dem neuen Alias der Musikerin Jam Rostron aka Planningtorock. Die Premiere des zweiten Stücks der Serie – o.T. | (gateways to movement) – war im Juli 2015 im Rahmen von ImPulsTanz – Vienna International Dance Festival zu sehen.
 
(c) Paul Wenninger(c) Imogen Heath
 
TICKETS
Normalpreis € 20,–
 
Ermäßigungen hier
 
 
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CURRICULUMS-PRÄSENTATIONEN
im Rahmen des Graduierten-Projekts CALIBRATE
ab 10.00 h, in TQW / Studios
Eintritt frei
FR 7. OKT