Programm für Fr 25. Okt. 2013:
Hans-Jörg Rheinberger (LI/DE) / Sabina Holzer (AT) / Jack Hauser (AT)

Über Tun und Nichtstun beim Forschen & Hereinspaziert

Über Tun und Nichtstun beim Forschen

Das Forschen ist ein merkwürdiger Vorgang, mit dem man normalerweise Zielstrebigkeit assoziiert. Aber drauflos kommt man da nicht weit. Verlangsamen, verzögern, Zeit suspendieren, das ist die andere Seite des Forschens als einer Bewegung des Außer-sich-geratens und des In-der-Schwebehaltens. Auf Entschleunigung beruht fast alles Experimentieren. Wie soll man eine Bewegung charakterisieren, die sich nicht darin erschöpft, auf etwas zuzugehen, sondern die allenfalls von etwas weg führt? Die Zeit des Forschens lebt aus einer merkwürdig entspannten Spannung. Sie ist mein Thema.

Hereinspaziert

In ihrer Dia- und Essay-Lecture werden Sabina Holzer und Jack Hauser unzeitgemäße Möglichkeiten einer künstlerischen Praxis erkunden. Was könnte ein poetisches Leben sein, das für die Bestandteile der Welt offen ist? Mit Deleuze, der sagt, links sein sei eine Frage der Wahrnehmung, des Werdens – niemals aufhören, minoritär zu werden, minder zu werden, sich zu entziehen. In dem Versuch, sich ohne Halt in einer haltlosen Welt in Verhältnisse zu setzen. Auf Verhältnisse zu antworten. Der Tanz gibt uns gute Werkzeuge. Entwerken. Entspannen. Body-Mind ohne Zentrum. Das Zentrum ist das Andere. Zirkulation im Weltenzirkus. Hereinspaziert! Wo will ich mitmachen? Versuchsanordnungen als Hochseilakt, als eine Kunst des Ver-Handelns und Ver-Haltens.

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Hans-Jörg Rheinbergers Hauptaugenmerk innerhalb der Wissenschaftsgeschichte richtet sich auf das Experimentieren, das von Improvisation und Zufall geprägt ist. Er hat in seinen Studien »Experimentalsysteme« als treibende Momente der Entwicklung der modernen Naturwissenschaften identifiziert und in ihren Wirkweisen beschrieben. Daneben publiziert er auch Essays und Gedichte.

Sabina Holzer und Jack Hauser leben in Wien und experimentieren performativ, tänzerisch, installativ, filmisch mit Strategien, die dem Warencharakter von Kunst entgegen sprechen. Sie gestalten Situationen und engagieren sich in Projekten, in denen Praxis (gemeinsam-etwas-tun) und Begegnung wesentliche Teile der künstlerischen Formulierung sind.

Eintritt frei

Im Rahmen von
NICHT(S)TUN
Ein faules Konzept einer Redereihe