CALIBRATE // DAY 2

 
CHOREOGRAPHIC SUMMER CAMP
DAS POST-GRADUIERTEN-PROJEKT IM TANZQUARTIER WIEN
 
Eine Kooperation des Tanzquartier Wien mit
IDA Institute for Dance Arts / Anton-Bruckner-Universität/Linz,
MUK – Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien und
SEAD – Salzburg Experimental Academy of Dance
 
 
Am zweiten Tag hielt Angela Glechner (Künstlerische Leitung & Geschäftsführung Szene Salzburg) eine Lecture über künstlerlische und ästhetische Entwicklungen in Europa.
Nach einer kurzen Einführung über die die Flemish Wave in den 80iger Jahren, die von Jan Fabre, Anne de Keersmaeker oder Wim Vandekeybus und ihrer neu proklamierten Körpersprache, wie auch der Erschließung neuer Orte geprägt waren und einer Verortung des Conceptual Dance in den 90iger und 2000er Jahren, zu dessen prominentesten Vertretern Jerome Bel und Xavier Le Roy gehören, zeichnete ehemalige Ko-Kuratorin des Internationalen Sommerfestivals Kampnagel Hamburg einen Überblick über die aktuellen Produktions- und Förderstrukturen in Europa mit besonderem Schwerpunkt auf Österreich.
 
 
Des Weiteren wurden die Strömungen, welche bereits seit ca. 10 Jahren vorherrschen, beschrieben: die Kooperationen von Institutionen, welche im Feld des zeitgenössischen Tanz und der performativen Künste tätig sind mit anderen (Kultur) Institutionen, sowie die programmatische Einbindung von Tanz und Performance in zeitgenössische Musik und Museen bzw. die wieder erstarkende Verschränkung mit den bildenden Künsten.
 
 
Ausgehend davon wurde die Arbeit von Philipp Gehmacher my shapes, your words, their grey (uraufgeführt in TQW / Halle G ) vorgestellt, welche auch für das Museum der Moderne Salzburg adaptiert wurde und im Rahmen des diesjährigen Sommerszene Salzburg Festivals gezeigt wurde.
 

 
Ein weiterer Schwerpunkt war die Kollaboration verschiedener Künstler_innen bzw. die Bildung von Kollektiven. Die Superamas, welche unter diesen Künstler-Label in verschiedenen Konstellationen an verschiedenen Orten in Europa tätig sind und nur ihren Kollektivnamen verwenden, stehen parallel mit ihrem Gruppen-Konzept zu dem vom The Loose Collective, bei dem die Mitglieder_innen auch als Solo- oder Duokünstler_innen an eigenen Werken arbeiten und in einer losen Gruppe für bestimmte Projekte wieder zusammenkommen bzw. gemeinsam mit einem Stück touren.
 
 
Besonders erwähnenswert sei auch (M)imosa von Cecilia Bengolea, François Chaignaud, Marlene Monteiro Freitas und Trajal Harrell, welches durch ganz Europa tourte – und auch verschiedene Kooperationen unter den Künstler_innen ermöglichte.

Danach kam Angela Glechner auf Jérôme Bels Projekt Gala zu sprechen, bei dem Tanzlaien und Professionelle Tänzer_innen, sowie Menschen mit unterschiedlichen Konditionen und kulturellen wie körperlichen Hintergründen gemeinsam einen Abend gestalten.
 
 
Abschließend wurden auch aktuelle Entwicklungen reflektiert wie z.B. die Einbildungen von volkstümlicher oder traditioneller Tänze wie bei Alessandro Sciarroni’s FOLK-S oder Sons of Sissy von Simon Mayer, die sich beide mit dem Bewegungs-Vokabular von Schuhplattler beschäftigen.
 
 
Oder die physisch fordernde aber gleichzeitig sehr konzeptionelle künstlerische Arbeit von Choreografen wie Jan Martens bei THE DOG DAYS ARE OVER oder Paula Rosolen‘s Aerobics! Ein Ballett in 3 Akten.

 
Fotos (c) Maiko Sakurai